Sommerfahrt der Sippe "Schlauer Dachs"
der Siedlung Bartholomäus Schink
"Baden Powell - Wir kommen"
Da wir schon seit längerem geplant hatten, einmal ein Grossfahrt in das
Gründungsland der Pfadfinder zu machen und wir hierzu durch unsere
englische Pfadfinderin Diane (welche auch Mitglied unserer Sippe ist) angeregt
wurden, war es dieses Jahr dann auch wirklich soweit.
So hielten wir uns vom 17.07. bis 28.07.1997 in England auf. Wir fuhren mit einem
VW-Bus, der uns dank der Hilfe von Herrn Buchholz zu Verfügung stand, am 17.
in Bremen mit natürlich bester Laune los. Leider fuhr nur die Hälfte
der Sippe mit, so dass an dieser Fahrt nur Helen, Janina, Papagei, Karsten,
Alfred, Max, Loretta und Schnittlauch teilnahmen.
Am Abend hatten wir dann Calais erreicht. Nachdem wir eine Lagermöglichkeit
gefunden, den Kobel aufgebaut und zu Abend gegessen hatten, erkundeten wir noch
die französische Atlantikküste. Hierbei wäre fast ein Teil der
Sippe wegen der aufkommenden Flut auf einer Sandbank gestrandet.
Am nächsten Morgen fuhren wir dann in den Hafen und begaben uns auf die
Fähre. Nach einer ziemlich stürmischen Überfahrt erreichten wir
dann Dover und nun ging es direkt in den sagenumwobenen Gilwell-Park.
Im Park, der für die nächsten vier Tage unser zu Haus sein sollte,
wurden wir herzlich empfangen. Neben uns waren noch einige spanische,
holländische, englische und weitere deutsche Pfadfinder (DPSG) im Pfadfinderpark.
Wir fielen natürlich in der nächsten Tagen durch unser korrektes
Auftreten und unsere Behausung auf. So kam es vor, dass wir öfters Besuch
hatten und für Fotoaufnahmen Position einnehmen mussten. Während unseres
Aufenthaltes im Gilwell-Park fuhren wir wegen der für England sehr
erstaunlichen Wärme einige Male Kanu. Hierbei musste der Rest der Sippe dann
feststellen, dass Loretta und ich nicht so schnell zu versenken sind. Also gingen
die "Kleinen" des öfteren auf eigenartige Weise unter. Neben solchen
sportlichen Aktivitäten stand natürlich auch die historische
Auseinandersetzung mit dem entstehen der Pfadfinderbewegung auf dem Programm.
Zumal wir dieses Jahr das 90. Jubiläum der Gründung haben. Hierbei
mussten wir allerdings zu unserem Bedauern feststellen, dass dieses in England
anscheinend niemand zu interessieren schien. Denn Rechtzeitig zu dem Jubiläum
wurde im Baden-Powell-Haus das Museum geschlossen und renoviert. Auch im Park
selber gab es kaum Hinweise auf dieses Ereignis, so dass hier nur die üblichen
Ausstellungen angeschaut werden konnten. In London wurden die üblichen
Sehenswürdigkeiten besichtigt und natürlich diverse Aufnahmen mit
Baden-Powell gemacht (Wachsfigurenkabinett, Gedenktafel in der Westminster Abbey).
Als Fazit ist festzustellen, dass der Gilwell-Park zwar zum Zelten einladend ist,
aber vom englischen Verband sehr touristisch geführt wird und mit unserem
Verständnis von Pfadfindertum überhaupt nicht übereinstimmt.
Zeitweise hatten wir den Eindruck, dass der Park sogar etwas vernachlässigt
und nicht richtig in Ordnung gehalten wird. Es war daher auch nicht verwunderlich,
dass wir uns fragten, wo hier die Tradition bleibt. Eigentlich recht Schade.
Nach dem Aufenthalt im Gilwell-Park ging es dann für die letzte Woche nach
Newbiggin. Dieses nette kleine nordenglische Dorf liegt oberhalb von York in der
Grafschaft Yorkshire. Es wird umrahmt von zwei Hügelketten und liegt somit
in einer traumhaft schönen Landschaft. Hierher kamen wir, da dort die
Großmutter von Helen wohnt. Diese hatte uns dann auch über eine
befreundete Farmerin ein sehr schöne Wiese mit Bach zum Übernachten besorgt.
In den nächsten Nächten mussten wir uns dann an die uns auf den
Nachbarweiden umgebenden Schafe gewöhnen.
Diese einmalige Landschaft wurde in den nächsten Tagen von uns erkundet. Wir
bestiegen die Hügelketten und fuhren zu den berühmten Aysgarth Falls.
Dieses sind mehrere Wasserfälle hintereinander und hier drehte Kevin Costner
seinen Robin Hood Film. Hier sei nun zu erwähnen, dass der Sherwood Forest
nicht weit entfernt war und es gibt in der Gegend ein Robin Hood Museum.
Höhepunkt unseres Aufenthaltes in Newbiggin war die Einladung zu einem
typischen englischem Essen bei Helen's Großmutter und zur Geburtstagsfeier
ihres Cousins. Als Dankeschön veranstalten wir am letzten Abend einen
Pfadfinderabend, natürlich mit Liedern und einem reichhaltigem Essen.
Am Schluss des Abends brachen wir auf und traten die Heimreise an. Wir kehrten
reich an Erlebnissen nach Deutschland zurück. Mit uns kehrten viele Bilder
zurück.
Autor: schnittlauch
SPECHT 3/97, Nr.54
Bilder zur Englandfahrt Teil 1
Bilder zur Englandfahrt Teil 1