Sardinien 2004


Habt ihr Lust auf eine Wochenendfahrt? Nach Sardinien oder so?

Irgendwann im Spätsommer bei den Edelweißpiraten in der Älterenrunde. Schnittlauch fragt ob wir nicht Lust auf eine Älterenfahrt in den Süden hätten. Nach einstimmiger Bestätigung verschwand er auch genau so schnell wie er kam. Eine Stunde später dann die Information dass wir im nächsten Frühjahr nach Sardinien auf Fahrt gehen werden. Jeff würde auch mitkommen, denn den habe er gerade auf der Straße getroffen und gefragt ob er auch mit will. Allgemeine Glücksgefühle und sorgenvolle Gedanken, wie man denn dem Sonnenbrand am besten entgegenwirken kann.

Ein halbes Jahr später ist es dann soweit. Sechs Edelweißpiraten und ein Schwanenritter auf dem Weg nach Hannover. Dieser besagte Schwanenritter war es dann auch der für diese Fahrt den Möter* spielen durfte.

Nach einem Fotoshooting und ewiger Wartezeit, die Nils und Henning sich standesgemäß im Kinderkino zwischen Schaumstoffmöbel vertrieben, stiegen wir in unser Gelb-schwarzes Taxi, dass uns wie im Flug nach Olbia brachte. Dort angekommen wurden wir erst mal von der Hitze erschlagen. Nachdem wir zurückschlugen ging es erst mal ins Stadtinnere. Nachdem unser Reiseführer, Ältester und Generell-immer-den-Durchblickhabende die Zugverbindung nach Süden herausgesucht hatte, ging es auch schon weiter, zu einem Preis für den man in Bremen nicht einmal eine Kurzstrecke bekommen hätte.

Als wir schon längst den Zug verlassen haben, rennt uns eine Frau mit Nils Brotbeutel hinterher, für den sich Nils auch gleich mit einem freundlichen "Bonjour" bedankte.

Ein nettes Plätzchen zum Schlafen fanden wir dann auf einer Stufe in einem Berg, den wir erst auf den zweiten Blick als Multimüllabladeplatz identifizierten. Es schien so als würden die Bewohner ihren ganzen Unrat, insbesondere Sperrmüll einfach von der Straße den Berg hinunterkippen. Aber so ein Wespennest in einem alten Fernseher ist auch sehr ansehnlich!

Den nächsten Tag nutzen wir um ohne Gepäck die Berge zu erklimmen. Die Wiesel haben Panik geschoben, dass wir ja genug Wasser mitnehmen sollten, was wir auch taten. Es stellte sich allerdings heraus, dass wir an jeder Ecke einen Brunnen oder Bach zur Verfügung haben, die zudem auch noch eiskaltes, klares Wasser spendeten. Da waren uns papageis Warnungen über die Geschichte "Ich hab Durscht wie oine Bergziege!" auch egal.

Oben auf den Berg folgte wieder ein Fotoshooting, denn darin hatten wir Übung und im blöd in die Kamera gucken sind wir eh Weltmeister. Jeff entdeckte noch eine Schlange die wahrscheinlich noch einen größeren Satz als er gemacht hätte, hätte sie Beine gehabt.

Wieder zurück hielten wir Siesta und aßen von dem Brot (oder war es Pizzateig ohne Auflage?), dass wir Mangels eines Bäckers im Tante Emmaladen erstanden. Nicht jedermanns Geschmack, aber mit Erdbeermarmelade super.

Nachts freuten sich die Wiesel, denn der zweite Poncho war perfekt um die Fluten über den Schlafsack und nicht quer durch zu leiten. Auf dem Weg zum Bahnhof bekamen wir dann aber doch noch unser Fett, bzw. vielmehr den Schmutz weg. Wann der Zug fahren würde erkannte leider keiner mehr auf dem halb abgerissenem und ausgeblichenem Fahrplan. Mehr als warten blieb uns nicht übrig, aber wir hatten ein Dach!

Im Flughafen mussten wir dann wieder Zeit totschlagen und wie das dann der Fall ist denken sich Nils und Henning irgendwelchen Blödsinn aus, während hybo seinen Sonnenbrand fotodokumentarisch festhielt. In diesem Fall haben wir uns für die neue Funsportart "Extreme-Kofferkuli-Driving" entschieden.

Nach dem Start schien dann wieder die Sonne. Unerklärlich.

Eine Woche später ging ich dann mit total verbrannter Haut im verschneiten Harz auf Fahrt und wurde nur blöd angeguckt.

*Möter ist die Person die keinen Sitzplatz mehr im Bus abbekommt und im Kofferraum mitfahren darf. Wie ein Köter eben. Da man aber meist auch noch ein Stück Mensch ist, entsteht daraus der Möter. Halb Mensch, halb Köter.

Autor: Henning

Bilder zur Sardinienfahrt